Talentschule

 

Alle Kinder haben Talente!

Eine gute Bildungspolitik muss daher gerechte Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler schaffen. Die soziale Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden.

Der Schulversuch „Talentschule“ beruht darauf, das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler zu stärken, ihre Potenziale wertzuschätzen und systematisch in ihre Persönlickeitsentwicklung miteinzubeziehen.

Im Mittelpunkt der Umsetzung des Schulversuchs steht der Aufbau einer zusätzlichen „Fördersäule Kultur“ r alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10. Dabei sind folgende Prinzipien konstitutiv:

  • ein durchgängiges Sprachförderkonzept unter Berücksichtigung mehrsprachiger Kontexte und des Herkunftssprachlichen Unterrichts,

  • die Stärkung des fachlichen Lernens im Bereich Kulturelle Bildung,

  • praktisches und experimentelles Lernen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 als „Türöffner“ für die Aneignung der Bildungssprache,

  • ein durchgängiges soziales Training in den Stufen 5-10 zur Stärkung eines positiven Schulklimas,

  • eine verstärkte individuelle Beratung zur Gestaltung der Schullaufbahn und Aufbau der Bildungspartnerschaft Eltern-Schule.

Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen erhalten einen Zuschlag in Höhe von 20% auf den Grundstellenbedarf. Der Zuschlag ist dabei so bemessen, dass neben den notwendigen zusätzlichen Lehrkräften beispielsweise auch zusätzliche Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter beschäftigt werden können. Zudem können diese zusätzlichen Stellen auch zur Wahrnehmung von Unterricht unterstützenden Tätigkeiten durch anderes Personal als Lehrkräfte in Anspruch genommen werden.


Der Schulträger verpflichtet sich darüber hinaus im Rahmen der Bewerbung über die Nutzung der Mittel aus dem NRW-Programm Gute Schule 2020, dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz und dem Digitalpakt eine gute bauliche und digitale Ausstattung der Talentschulen zu ermöglichen.


WAZ berichtet über die Talentschule „Fasia“

Mit mehr Lehrern und neuen Konzepten sind jetzt auch in Oberhausen zwei Talentschulen an den Start gegangen. Das Hans-Sachs-Berufskolleg und die Fasia-Jansen-Gesamtschule nehmen an dem Schulversuch der NRW-Landesregierung teil.

Das bedeutet für die beiden Oberhausener Bildungseinrichtungen wie auch für die übrigen 58 Talentschulen im Land: mehr Personal, mehr Geld und wissenschaftliche Begleitung. Weiter berichtet die Redakteurin Andrea Rickers am 04. September in der WAZ Oberhausen:

Oberhausener Talentschulen wollen Schülern besser helfen. Für die ausgewählten Schulen ein Segen, für die anderen eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit.

Dabei soll die Talentschule gerade keine Förderung von Eliten sein, sondern jenen Schulen zeitlich begrenzt mehr Ressourcen zur Verfügung stellen, „die sonst eher das kurze Ende der Wurst bekommen und keine gut ausgestatteten Fördervereine haben“, sagte Sabine Meder, Leiterin der Fasia-Jansen-Gesamtschule in Stadtmitte, vor dem Schulausschuss. Die Krux: Diese Bedürftigkeit und auch die Herausforderung, Schüler besonders fördern zu müssen und zu wollen, trifft auf fast alle Schulen der Stadt zu – und es hatten sich auch mehrere für den Schulversuch beworben. Trotz des kontrovers diskutierten Projekts, „ich würde meinem System schaden, wenn ich diese Möglichkeit an meinen Schülern vorbeigehen lassen würde“, erklärte Hans-Sachs-Leiter Marc Bücker die Bewerbung seiner Schule.

„Kein Mensch ist ohne Talente.“Mit einem Zitat von Martin Luther King machte Bücker im Schulausschuss deutlich, welchen Ansatz die Talentschule hat: „Gott hat jedem Menschen die Fähigkeit verliehen, etwas zu erreichen. Keinen Menschen hat er ohne alle Talente gelassen.“ Diese Talente bei ihren Schülern besser zu entdecken und ausbilden zu können, ist die Hoffnung der beiden Schulleiter.

Dafür gibt es etwas: Zusätzliches Geld für Fortbildungen, aber vor allem: zusätzliche Stellen. Drei sind es an der „Fasia“, Sabine Meder will einen Techniklehrer, einen für Deutsch/Englisch und einen Theaterpädagogen einstellen. Die beiden Talentschulen arbeiten mit unterschiedlichen Konzepten, aber bei beiden ist die Sprachförderung ein Schwerpunkt – als Zugang zur Welt und zum Wissen. So sollen Schüler mehr Bildungschancen erhalten, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft benachteiligt sind.

(Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services)